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Phonokabel The Rock im Test

The Rock 3t

Testbericht des zum The Rock

Der nächste logische Schritt

Was kommt in einer analogen Kette nach dem Plattenspieler? Richtig: das Tonarmkabel.
Bei keiner anderen Verbindung innerhalb einer Anlage sind technische Daten und Kontaktsicherheit so wichtig wie beim Transport der Kleinstsignale vom Abtaster zur Phonostufe. Und wenn einer das weiß, dann Aart van den Hul.

Der Altmeister des Tonabnehmerbaus hat sich schon vor langer Zeit mit seiner Kabelfertigung mehr als ein zweites Standbein geschaffen: In Wahrheit erwirtschaftet Van den Hul einen Großteil seines Umsatzes mit seinem umfangreichen Kabelsortiment, das weltweit nicht nur in heimischen Anlagen zum Einsatz kommt, sondern auch in Großinstallationen, wo sich die Bestellmenge in Kilometern bemisst. Klar, dass ein ausgewiesener Kabel- und Tonabnehmerspezialist auch eine ganz Reihe von Phonokabeln im Sortiment hat. Vier davon, zwei Klassiker und zwei neuere
Vertreter ihrer Zunft haben wir uns einmal genauer angesehen.

Die Preise für die Kabel bewegen sich allesamt in einem erträglichen Rahmen: Das geht von 249 Euro für das D-502 Hybrid bis zu 699 Euro für das 3T The Rock, alles gerechnet auf einen Meter Stereokabel mit Masseleitung und SME-Stecker auf der einen, Cinch-Stecker auf der anderen Seite. Die Konfektionierung ist ordentlich gemacht, alle Stecker kommen aus eigener Fertigung und sind von solider Qualität. Leider wollte die Firma Van den Hul keine Detailzeichnungen ihrer Kabelquerschnitte öffentlich machen, so dass wir uns hier auf eine verbale Beschreibung beschränken müssen. Angesichts der grassierenden Flut von Produktfälschungen gerade bei
teuren HiFi-Kabeln muss man hier aberein gewisses Maß an Verständnis aufbringen, wenn ich auch mal annehme, dass ein cleverer Fälscher andere Mittel und Wege kennt, einen Kabelaufbau zu faksimilieren, wenn er nicht ohnehin nur auf den schönen äußeren Schein setzt.

Genug aber von diesem unerfreulichen Thema, zurück zum Original: Das D-502 Hybrid ist, wie der Name schon verrät, ein Aufbau aus unterschiedlichen Leitermaterialien. Litzen aus versilbertem hochreinen Kupfer sind durchsetzt mit leitenden Kohlefasersträngen. Die beiden leitenden
Kerne des symmetrischen Kabels bestehen aus 19 verflochtenen Leitern, die beiden Schirme aus 96. Die Kerne sind gegenüber der Isolierung mit Polyäthylen isoliert, die äußere Isolierung besteht aus dem Vanden- Hul-Eigengewächs „Hulliflex“. Mit einem Innwiderstand von 0,113 Ohm und einer Kapazität von 75 Picofarad pro Meter ist dieses Kabel für alle Phonoanwendungen gleichermaßen geeignet. Als nächster Verwandter des D-502 tritt das D-501 Silver Hybrid an, das grundsätzlich den gleichen Aufbau besitzt. Die Innenleiter bestehen aus Reinsilber, die Schirmung wie gehabt aus versilbertem Kupfer und Kohlefaser. Der Innenwiderstand liegt hier bei 0,119 Ohm pro Meter, die Kapazität bei niedrigen 58 Picofarad. Die beiden neueren Kabel besitzen die neuen 3T-Leiter van den Huls – hier übernehmen die Kohlefaser-„Hilfsleiter“ der beiden bisher vorgestellten Kabel die Funktion des Innenleiters. Neben den elektrischen Eigenschaften ist ein Hauptargument des Herstellers die komplette Alterungsbeständigkeit des Materials: Es kann schlicht und ergreifend nicht oxidieren.
Für das brandneue CS-28 liegen noch keine technischen Daten vor, aus der Nomenklatur van den Huls heraus nehmen wir an, dass es sich beim Innenleiter um ein Geflecht aus sieben Kohlefasersträngen handelt, um den ein Metallschirm gelegt wird. Das 3T The Rock dagegen ist trotz seiner noch kurzen Bauzeit ein höchst erfolgreiches Kabel, das in zahlreichen professionellen Arbeitsumgebungen verwendet wird, sei es in Tonstudios, sei es in Kino-oder Konzertsaalinstallationen. Das markant gelb isolierte Kabel besitzt einen dickeren Kohlefaser-Innenleiter, der mit 11 dünneren Leitern aus dem gleichen Material umflochten ist. Die Schirmung ist dreilagig, zweimal versilbertes Kupfer, einmal Kohlefaser. Zu den technischen Daten liegen keine weiteren Informationen vor.

Alle Kabel habe ich beim deutschen Van-den Hul Vertrieb mit SME-Stecker auf der einen Seite und Cinch auf der anderen geordert, ganz einfach aus dem Grund, dass die meisten meiner klassischen Tonarme diese Anschlussnorm besitzen, wie auch der Fat Bob S mit SME-Arm, der mein Arbeits-Masselaufwerk ist. Das Standardkabel der meisten SME-Arme ist übrigens bis heute das van den Hul 501 Hybrid oder Silver Hybrid, das nur mit anderen Steckern konfektioniert ist. Wegen der sehr schlank bauenden SME- Stecker der vdH-Kabel ist das Umstecken kein Problem – in vielen alten Studiolauf-werken muss man ja das Tonarmkabel durch die ganze Zarge stecken, was oftmals nicht ohne Demontage geht.
Gegenüber den Originalkabeln der teilweise über 30 Jahre alten Tonarme machen alle Kabel einen deutlichen Schritt nach vorne – nichts anderes sollte man erwarten. Die tonale Balance ändert sich dabei gar nicht so sehr, aber eine gewisse Muffi gkeit, die man vorher für sich genommen gar nicht wahrgenommen hat, ist auf einmal wie weggeblasen und weicht einer deutlich gesteigerten Klarheit. Man ist als Hörer in der Lage, mehr Informationen wahrzunehmen, das gezeichnete Bild erhält mehr Auflösung, feinere Konturen und klarere Kontraste.
Schon das günstige D-502 Hybrid macht dabei eine gute Figur und hinterlässt den Eindruck eines sehr ausgewogenen Klangbilds, das vor allem in Hinsicht auf Langzeittauglichkeit einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Mit dem D-501 Silver Hybrid, das ja immerhin 200 Euro teurer ist, begeht man etwas andere Pfade. Tonal wirkt es tatsächlich einen Hauch schlanker als das D-502, vermutlich wegen der noch mal feineren Auflösung im Präsenz- und Brillanzbereich. In Sachen
Tieftonpegel ziehen beide Kabel gleich, was die Bassdynamik angeht, würde ich dem 501 einen Tick mehr Knackigkeit zugestehen. Im Mittelton, wie gesagt: Mehr Wohlfühl-Atmosphäre beim 502 gegenüber einem gesteigerten Informationsgehalt beim 501. Einen etwas anderen Weg beschreiten die 3T-Kabel, die aufs erste Hinhören einen etwas „glatteren“ Eindruck hinterlassen als die Kabel mit Metall-Innenleitern. Setzt man sich eine Weile mit ihnen auseinander, dann deutet sich diese vermeintliche Harmlosigkeit in eine große innerer Ruhe um, die das Musikhören viel selbstverständlicher und tatsächlich auch angenehmer macht. Schon das CS-28 punktet mit großer Geschlossenheit, ist dabei dem 502 gar nicht so unähnlich, dem es aber doch an den Rändern des hörbaren Spektrums ein bisschen die Show stiehlt, denn hier gibt’s einfach noch ein bisschen mehr herauszuhören. Ganz ähnlich verhält es sich beim „großen“ 3T The Rock, das ähnlich detailverliebt wie das 501 Silver Hybrid zu Werk geht, dabei aber noch eine viel größere Balance an den Tag legt – die ganze Kompliziertheit der Musik und ihre Schönheit gehen so einträchtig Hand in Hand.

Thomas Schmidt

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